In den bisherigen drei Teilen dieser Serie haben wir folgendes gemacht:
- Erstellen einer CA (Server- und User-CA-Zertifikate)
- Erstellen von Server-Zertifikaten für Postfix und Cyrus IMAPD
- Einfügen dieser Zertifikate in Thunderbird (oder jeden sonstigen Mailclient)
In diesem Teil geht es darum, dem Apache Webserver ein Serverzertifikat zu verpassen und ihn so einzurichten, dass man auf ein installiertes Webmail via HTTPS zugreifen kann. Die folgenden Angaben sind leicht distributionsabhängig.
Apache mit SSL konfigurieren
Defaultmässig wird der Apache meistens ohne SSL gestartet. Unter Suse 10.1 genügt es, in /etc/sysconfig/apache2 im Eintrag APACHE_SERVER_FLAGS “SSL” hinzuzufügen und den Apache neu zu starten.
In der Konfiguration des virtuellen Hosts (oder des Hauptservers, je nach Konfiguration) kann man danach SSL konfigurieren. Wiederum unter Suse 10.1 genügt es, eine Datei mail.leisi.net.conf in /etc/apache2/vhosts.d/ zu erstellen, die folgende Elemente beinhaltet:
ServerName mail.leisi.net
SSLEngine on
SSLCertificateFile /etc/apache2/ssl.crt/mail.leisi.net.crt
SSLCertificateKeyFile /etc/apache2/ssl.key/mail.leisi.net.key
[...]
Die Dateien sind die gleichen, wie wir sie schon für Postfix und den Cyrus IMAPD verwendet haben, allerdings gemäss Apache-Konvention umbenannt (*.crt für das Zertifikat, *.key für den privaten Schlüssel).
Überprüfung
Im Browser (zum Beispiel Firefox oder Konqueror) muss man jetzt noch das Server-CA-Zertifikat importieren (srv.cert.pem). Danach wird das Zertifikat jeder Webseite, das mit dem Server-CA-Zertifikat erstellt wurde, als gültig anerkannt.

Falls die Überprüfung einen Fehler anzeigt, ist wahrscheinlich das Server-CA-Zertifikat nicht importiert worden, oder das Webserver-Zertifikat wurde nicht mit dem importierten Server-CA-Zertifikat ausgestellt.