Ein faszinierendes Experiment: Wer es schafft, IPv6 aufzusetzen, kann gemäss ipv6experiment.com gratis auf Pornographie zugreifen, für die ansonsten 30 USD/Monat bezahlt werden müssten.
Die Initianten des Projekts (Your.org) möchten mit dem Experiment zweierlei erreichen: Erstens soll damit das Bewusstsein für und die Verbreitung von IPv6 verbessert werden. Zweitens hatten frühere Versuche der Initianten mit IPv6 gezeigt, dass die meisten bestehenden IPv6-Installationen, -Tools und -Programme noch nicht “ready for prime time” sind (gut erklärt in diesem Beitrag auf der NANOG Mailingliste von einem der Initiatoren des IPv6 Experiments).
Die Auffassung, dass sich diejenigen Medien durchsetzen, für welche es das grösste (am besten zugängliche) Pornographie-Angebot gibt, ist recht weit verbreitet. Am prominentesten ist dabei wahrscheinlich der Videoformat-Krieg zwischen VHS und Betamax. Einige Hintergrundinformationen, die über den Videoformat-Krieg hinaus gehen:
Wenn man diesem Argument folgen mag, könnte das IPv6 Experiment tatsächlich Erfolg haben. Und zumindest wird das die aktuelle IPv6 Infrastruktur auf die Probe stellen—Stabilität, Latency, Bandbreite—und dabei helfen, dass Netzwerker rund um die Welt mehr mit IPv6 vertraut werden.
Gut nun, welcher innovative ADSL-Anbieter in der Schweiz wird als erster IPv6 anbieten? Und welche ADSL-Router für Konsumenten/Kleinfirmen können mit IPv6 umgehen?
[Update: Dieser Artikel beschreibt die Gründe für den “Sieg” von VHS über Betamax etwas anders, nämlich u.a. mit der Aufnahme-/Abspieldauer, die bei Betamax ursprünglich nur bei einer, bei VHS dagegen bei zwei Stunden lag. Zudem trug gemäss diesem Artikel die erfolglose Lizenzpolitik von Sony für Betamax-Geräte zum Sieg von VHS bei.]